© Ursula Markus

Wendland, Birga

Standpunkt: So kommt mehr Musik in die Kita

Kooperationen von Ausbildungsstätten und Kitas bergen große Chancen

erschienen in: Musik, Spiel und Tanz 2019/04 , Seite 6

In der Ausbildung von ErzieherInnen werden wichtige Weichen für die persönliche und berufliche Entwicklung der SchülerInnen gestellt. Das gilt auch für den Musikunterricht. Er hat maßgeblich Einfluss darauf, ob und wie Musik im späteren Kita-Alltag stattfindet. Dabei eröffnet die Kooperation der Lernorte "Ausbildungsstätte" und "Kindertageseinrichtung" Chancen, die musikalische Qualifikation sozialpädagogischer Fachkräfte nachhaltig zu verbessern.

Die Bedeutung von Musik in der kindlichen Entwicklung

Musikalisch aktiv zu sein ist für ein Kind eine alltägliche Aus­drucks- und Lern­form und wirkt in alle Lebens­bere­iche hinein. Musik ist in diesem Kon­text nicht nur eine musikalis­che Leis­tung, son­dern ermöglicht den Kindern von Geburt an, sich die Welt über alltäglich­es musikalis­ches Tun aktiv anzueignen und mit ihr in Kon­takt zu treten. Auf der Basis von Bewe­gun­gen und sinnlichen Erfahrun­gen erwer­ben sie Leben­skom­pe­ten­zen.

Musik­er­fahrun­gen stärken nicht nur die musikalis­chen Kom­pe­ten­zen von Kindern, son­dern auch das Miteinan­der in der Gruppe, die emo­tionale und kör­per­liche Aus­drucks­fähigkeit, die Kreativ­ität, den Spracher­werb, die Lern­fähigkeit, die Wahrnehmung sowie das Wohlbefind­en und die Gesund­heit. Viele unab­hängig voneinan der ent­standene Stu­di­en aus unter­schiedlichen Wis­senschafts­ge­bi­eten bestäti­gen diesen pos­i­tiv­en Ein­fluss, den aktives Musizieren und tägliche Musik­er­fahrun­gen auf die all­ge­meine Entwick­lung von Kindern haben. Die Bedeu­tung der frühkindlichen Bil­dung ist heute unbe­strit­ten. Daher ist es wichtig, dass alle Kinder gle­icher­maßen die Chance erhal­ten, sich alltäglich auch musikalisch zu erproben. Ihre Musik­er­fahrun­gen soll­ten nicht auf eine wöchentliche Musikein­heit beschränkt sein. Speziell in der Kindertagesstätte (Kita) kann Musik in ihrer Vielfalt, unter­stützt durch den ihr eige­nen hohen Auf­forderungscharak­ter, in zahlre­ichen Sit­u­a­tio­nen über den ganzen Tag hin­weg spon­tan ein­fließen. Wenn dies geschieht, entwick­eln Kinder ein umfassendes Musikver­ständ­nis. Sie bekom­men nicht nur die Möglichkeit, sich im gemein­samen Mor­genkreis musikalisch zu erproben, son­dern sam­meln auch Musik­er­fahrun­gen, wenn musikalis­che Aktiv­itäten von den Fachkräften flex­i­bel in den Kita-All­t­ag inte­gri­ert und die Ange­bote z. B. mit anderen Bil­dungs­bere­ichen ver­bun­den wer­den.

Wird Musik in den All­t­ag inte­gri­ert, so müssen den Kindern darüber hin­aus auch Räume und Mate­ri­alien zur Ver­fü­gung ste­hen, über die sie selb­st­tätig Musik­er­fahrun­gen sam­meln, indem sie Instru­mente erforschen, eigen­ständig Instru­mente her­stellen oder mit ihrer Stimme exper­i­men­tieren und sin­gen.

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