© shutterstock.com/Sunny studio

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Gschwendtner, Claudia

Standpunkt: Musik und Kommunikation

Trotz Einschränkungen musikalische Begegnungsräume eröffnen

erschienen in: Musik, Spiel und Tanz 2021/01 , Seite 6

Musik ist in allen Kulturen ein wichtiger Teil der Kommunikation und der kulturellen Tradition. Kinder hören Wiegenlieder, Spiellieder und Kniereiterverse, die ihnen Geborgenheit und Zusammengehörigkeit vermitteln. Die mehrfach wiederholten, musikalischen Strukturen schenken Sicherheit. Gerade in herausfordernden Zeiten sollten deshalb musikalische Aktionen Teil der kindlichen Lebenswelt bleiben. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Kommunikation zwischen Kita bzw. Musikschule und Elternhaus zu.

Neue Zugangsweisen

Der All­t­ag und die Rou­ti­nen haben sich in den let­zten Monat­en verän­dert. Viele Kinder haben nur noch wenig Kon­takt zu Gle­ichal­tri­gen oder mussten sich in kurz­er Zeit an einen stark verän­derten Tagesablauf gewöh­nen. Liebge­wonnene Gewohn­heit­en, wie das gemein­same Sin­gen im Mor­genkreis oder der Besuch der Musikalis­chen Früherziehung, kön­nen nicht mehr wie bish­er umge­set­zt wer­den. Um musikalis­che Ideen weit­er­tra­gen zu kön­nen, braucht es deshalb neue Zugangsweisen. Dazu gehört, sowohl musikalis­che Gestal­tungsmöglichkeit­en in ihrer gesamten Band­bre­ite auszu­loten, als auch musikalis­che Ideen von der Kita oder der Musikschule in die Eltern­häuser zu übermitteln.

Musik als Kommunikationsmittel

Kom­mu­nika­tion spielt in ein­er Zeit, in der Abläufe und Infor­ma­tions­flüsse kom­plex­er wer­den, eine wichtige Rolle. Eine gute Kom­mu­nika­tion stillt das Bedürf­nis nach sozialer Zuge­hörigkeit. Musik stellt eine beson­dere Art der Kom­mu­nika­tion dar und ermöglicht im besten Fall inten­sive Nähe und Ver­trautheit. Die pos­i­tive Wirkung von Musik auf die Entwick­lung von Kindern im sozial-emo­tionalen Bere­ich wurde vielfach unter­sucht und nachgewiesen. Deshalb soll­ten Kinder ger­ade jet­zt auf musikalis­che Erfahrun­gen nicht verzicht­en müssen. Auch wenn das Sin­gen zurzeit vielerorts nicht erlaubt ist, kön­nen musikalis­che Spiel­si­t­u­a­tio­nen geschaf­fen wer­den, die das Sprechen, das Hören und die Bewe­gungslust der Kinder anre­gen. In der Regel reagieren Kinder mit großem Inter­esse und hoher Aufmerk­samkeit auf rhyth­misierte Sprache und Klanger­leb­nisse. Je nach Entwick­lungsphase hal­ten Kinder inne, horchen auf, klatschen in die Hände, begin­nen zu tanzen oder zu hüpfen. Der Sprachrhyth­mus stellt dabei ein Gerüst dar, an dem sich die Kinder orientieren.

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